Man mus Instrumenta haben Urin und Puls genau zu betrachten, weil solches general zeichen seyn des Menschlichen zustandes.
Vor die Urin ist nichts beßer als ein guthes Microscopium von einem glase, denn solches wird gar tausenterley dinge so sonst sich nicht finden in der Urin entdecken machen, und wir man in kurzer zeit zu solchen regeln kommen, so alle bisherige übertreffen.
Ebenmäßig wird das zur adergelaßene blut können examinirt werden. Den Puls zu fuhlen ist nicht ohne daß die hände der geringsten Medicorum zu der perfection kommen werden alle differentien zu fühlen, so Galenus bermerket. Dahehr ist nüzlich daß die herrlichen gedancken, so der berühmte Marcu Marci in Sphygmica zu papyr gebracht, ins werck gerichtet würden.
Die urin und bluth können auch mit gewicht, distillieren, durchseigen, mit und ohne feuer und auf andere weise probirt werden, sonderlich wenn man im Zweifel stehet.
Ebenmäßig sind auch mit dem speichel sowohl als blut und urin und noch mehr als mit blut, dieweil er ehe zu haben proben anzustellen.
Und ich glaube daß auß der Saliva ein großes von menschlicher constitution sowohl als auch aus der Urin zu schließen, und daß aus der anatomi des Speichels die Ursachen zu befinden, warumb ein Mensch dieses der andre jenes gern eße. Man könte den speichel clarificiren, um claren brunnen waßer dissolviren etc. wie auch mit urin, man kan ihn und urin laßen zu cristallen anschießen, gewiße solventia oder reagentia dazumischen etc. werden farben herauskommen aus denen von constitution des Menschen zu judiciren.
Hiernechst ist eine general inquisition [a]uf die Menschen anzustellen, vermit[tel]st medicinae staticae, so von Sanctorio [z]u erst durch 30 jahrige experienz in [1v] regeln gebracht worden. Welche denn reassumiert, presequirt, und auf alle particularia accommodirt werden muß. Man köndte auch wohl Experimenta Medica Elastica anstellen von Vermehr oder Verminderung der Kräffte des Menschen, so an spannung eines bogens oder wurffs weitigkeit am besten aber an langer ausdaurung gewißer arbeit, als des gehens, tragens etc. zu probiren, alleine es thut hier den exercitium das beste, daß also nicht wohl operae pretium hier gnugsame untersuchung zu thun.
Zur observation des Pulses gehohret die observation der Warme und Kalte der hande an einem exacten wohl verbesserten Thermometro. Denn mancher mensch kalte, mancher warme hände von natur hat, mehr oder weniger nach seiner constitution.
Das Thermometrum aber mus rectificirt werden, sowohl nach P. Eschinardi erinnerung, als auch nach der proposition so in England mit einem Thermometro circulari gethan worden, wie die Historia societatis erzehlet.
Ferner köndten Proben mit dem Menschen angestellt werden durchs bad, in dem, das von ihm abgespuhlte anatomirt und examinirt würde.
So köndte auch der Halitus examinirt werden, dieweil selbiger in ein corpus zu reduciren.
Ein ieder mensch mus achtung auff sich geben was den schweys betrifft. Der schweiß kan auff gefangen und deßen gradus salsedinis etc. examinirt werden.
Man soll in der Republick gewiße Menschen haben die sich gewohnt mit dem geruch, fuhlen, schmacken etc. zu hochster perfection zu kommen, durch die kan man alle res dubias examiniren laßen.
Ein iedes Amt solte billich einen Medicum, Chirurgum, Apotheker und mehr andere dazu gehörige Leute haben.
Ein Koch solte perfect seyn alle dinge ausm geschmack und geruch zu unterscheiden und solte darauff examinirt werden.
Ein Barbierer solte im fuhlen perfect seyn, man müste leute haben, die es per tactum dahin gebracht, wohin der Blinde beym Herren Boyle so alles müglich.
Auch von der clarheit, starcke [2r] reinligkeit, etc. der spraches eines menschen laßen sich consequentiae Medicae ziehen.
Man mus sich gebrauchen aller bereits gefundener Experimentorum und observationum Medico-physicarum.
Die mus man aus allen autoribus zusammen tragen und in eine ordnung bringen laßen cum gradibus verisimilitudinis.
Alsdann mus man sie alle sobald muglich probiren laßen.
Etliche kan man probiren wenn man will und dann mus es gleich geschehen.
Etliche zum exempel remedia certorum morborum kan man nur probiren wenn die occasiones vorhanden. Und dahehr mus anstalt gemacht werden daß man allen orthen catalogum der patienten des orths mit allen umbständen habe.
Wenn man nun dabey hat directiones probandorum so kan man alsdenn proben thun. Doch daß solche ohngefehrlich seyen es were denn der patient damnatien.
Man mus uberall die Leute zusammenfodern, und ihnen andeuten wer eine nüzliche cur wiße über lang oder kurz mit umbstanden zu erzehlen und glaubhafft zu machen solle Verehrungen haben. Der Medicus des Amts so viel hübsche dinge zusammen bringen wird, soll auch Verehrungen haben.
Ein ieder Medicus und Chymicus soll ein stets wehrendes journal aller seiner laborum halten.
Man mus für allen dingen der alten weiber und Marcktschreyer tradita circa simplicia zusammen bringen.
Alle patienten die in einem Hospital sterben, sollen anatomirt werden.
Were guth daß die meisten Menschen anatomirt würden.
Alle anatomien sollen modo diverso geschehen, wie Mr Stenonis vorgeschrieben in Anatomica cerebri.
Des Menschen den man anatomirt Historiam naturalem soll man soviel müglich wißen und denn alle seine humores etc. examiniren, succum pancreaticum bilem, etc. ob succus mehr acidus oder salsus sey. Was bilis oder andere theile mit ligno nephritico etc. für farben geben.
Man soll in der anatomi alle minima auffzeichnen, alle ductus und passagen affusis coloratis [li]quoribus probiren, allerhand ligaturas brauchen.
[2v] Man mus einen weg suchen so das blut coaguliren mache, nach Bilsii manir, daß es die anatomi nicht hindere.
Man mus einen liquorem suchen, der das fleich weg äze, aber alles was ductus seyn hinderlaße, so konte man alles fein gnau examiniren.
Man muß dem Menschlichen Cörper mit allen minutiis aufs aller gnauste nach poussiren laßen. Umb allezeit gleichsam eine lebendige anatomi vor sich zu haben. Were weit beßer als die gemalde zu Coppenhagen und Helmstädt.
Man mus suchen wie so geschwind die liquores poti ad vesicam kommen, als man in drinckung Sauerwaßers erfahret, und wie etwa die bleyerne Kugeln in den Engl. Transact. mögen durch die röhre gangen seyn.
Es mußen allen Medicis interrogatoria exactissima vorgeschrieben werden darnach sie ihre patienten examiniren sollen.
Imo nachdem sie in Druch gangen, kan ieder [fürstandiger] Mensch sich selbst darnach examiniren, und seine Historiam naturalem aufzeichnen.
Naturam et motus flatuum zu erfahren müßte man lufft ins corpus preßen, oder daraus ziehen. Man mus viele universitaten sowohl auch als Curiosos medicos particulares projecta interrogatoriorum universalium machen laßen.
Umb zu erfahren ob die Zeichen in der hand und sonsten einige krafft haben müßte man vieler menschen hände deren thun uns bekannt abdrücken. Konte ohnschwehr geschehen wenn ihnen die hande mit einen liquore uber strichen das eminens abgewischet, das was ub crenis abgedrückt würde. Adde Mey chiromantiam medicam.
Ob etwas an der Traditione Astrologica und principiis Ptolemaei mus man such auch erkundigen und proben anstellen.
Man mus den Menschen regeln vorschreiben, wie sie sich in eßen und drincken verhalten sollen. Sollen alles klein gehackt eßen.
Man mus gewiße diäten mit allerhand menschen versuchen, als zum exempel man mus einen menschen halten den man lauter lacticinia giebt. Einen andern last man nicht anders als warm trincken, der dritte soll nichts als was leblos eßen, etc. man mus etliche zu einen haben.
[3r] Man mus auf den zustanden der ordens Personen, die gemeiniglich gewiße ihnen allen gemeine arten zu leben in diaet und allen andren haben achtung geben, und daraus Consequentien ziehen.
Man mus probiren ob bey dem Menschen nuzen zu schaffen wenn er solche thiere gemästet die auf gewiße maße, mit [kranken] thiren etc. gespeiset worden.
Man mus allerhand Mittel versuchen an gewißen menschen ob man sie durch eine richtige Kunst alt machen kan, umb daher ein modell vor andere zu nehmen.
Man mus mit Mr Charas _ untersuchen causas mortis naturalis, umb zu finden modos prolongandae vitae.
Man mus die Menschen aufs allergnauste examiniren von dem was sie gern eßen oder riechen, oder nicht, und die gradus delectationis. So muß mans auch achtung geben quo genere toni musici quisque magis delectetur, wie bey denen so durch die tarantulas gestochen worden. Item nach platonis regulen cum ait mutata musica mutari rem publicam. Ieder mus achtung geben, was das jenigesten, so ihm in der welt am meisten delectire.
Man mus die schedulas mortalitatis in hochste mugliche perfectionem bringen; und nicht nur in großen stadten sondern uberall aufen lande machen, und dabey die differentias climatum, terrarum, aeris, etc. genau annotiren laßen da werden viel admirable dinge heraus kommen. Gewißen personen als dann mus man auftragen inductiones und observationes daraus zu machen.
Man mus achtung geben auf effectus Astrologicos, ob zum exempel wahr was man sagt, daß wenn eine frau durante Eclipsi (solari) gebehre, daß sie und das kind bleibe und was dergleichen traditiones mehr.
So mus man auch der Calenderschreiber regeln vom bade, schröpfen aderlaßen, so sie auf den mond und himlische Zeichen applicirt examiniren, nach den von Keplero Campanella, Trew, und andern gelehrten, vorgeschriebenen wegen.
Man mus alle simplicia aus der ganzen welt zusammen kommen laßen, sie fortplanzen auch an unsren orthen, [w]elches zweifels ohne müglich sie exa[m]iniren.
[3v] Die Examinationes simplicium müßten geschehen in dem wir sie erstlich durch alle qualitates sensibiles durchfuhren und bey einer ieden soviel muglich den gradum determiniren. Als denn müßen wir sie soviel müglich per se tractiren durch preßen, percoliren etc. distilliren mit lufft item mit feuer, und dann vermischen mit solventibus, reagentibus. Und als denn ebenmaßig die qualitates omnes [combinare] und deren gradus annotiren.
Sonderlich wird operae pretium seyn aller dinge colores ad lapidem lydium ligni Nephritici zu probiren.
De saporibus mus vor allen dingen ein mittel und weg gefunden werden.
Wir müßen suchen ob wir menstrua finden nur vor dulcia, oder acida, oder salsa, etc. allein, und dadurch auch die gradus zu finden.
So mus man auch achtung haben ob denn etwas warhaffts aus den signaturis rerum zu nehmen, wo es wahr, wehre es ein illustre documentum providentiae.
Man mus in den thieren unzehliche anatomien thun, so wohl lebendig als todt.
Man muß anfangen auf der thiere kranckheiten beßer acht zu geben als bishehro geschehen, denn gleichwie Steno recht sagt, daß wir aus den thieren die ganze anatomiam hodiernam gelernet, so könten wir auch aus den thieren vollends die pathologiam lernen, denn wir können sie aufschneiden und examiniren wenn und wie wir wolen. Und würde die Republick dem particulier so seyn thier zu gemeinen nuzen hehrgiebt, es bezahlen.
Insgemein geben wir fast nur allein auf der pferde, und wenig ander thiere kranckheiten acht.
Wir können auch an den thieren die therapeuticam leicht und ohne gefahr versuchen sonderlich wenn wir ihre kranckheiten beßer zu erkennen angefangen. An den thieren konnen wir mit arzneyen proben thun wenn wir wollen, und daraus proportione vom Menschen schließen, an dem Menschen aber nicht.
[4r] Man mus general visitationes rei Apothecariae anstellen, und dabey in acht nehmen sowohl was Bartholinus gegen die apotheker edirt, als neulich bey den Englischen disputen zwischen apothekern und Medicis vorkommen.
Man müßte exacte observiren die zeiten das der tranck einen urin und die Speise ein excrement giebt, welches denn bey einem menschen ehe geschehen wird als beym andern.
Man müßte auch achthaben wieviel den stimulis naturalibus und indicationibus zu trauen als wenn die natur einen vomitum per conatum curtum, eine venae sectionem per sanguinis emissionem etc. indicirt. Item umb wieviel dem naturlichen appetit zu eßen dieses oder jenes, schlaffen, etc. zu folgen oder nicht zu folgen.
Und weil bekand so ziemlich eine symmetria partium in corpore humano befunden, solche aber bey keinen menschen in allen just seyn wird, so muste man solche evagationes annotiren und versuchen ob daraus etwas de constitutione corporis zu schließen.
Und wenn nach Herren Wrenni, Hook und anderer gedanken eine Historia temporum formirt, oder wie ich offt gedacht, Calender von vergangenen jahren gemacht wurden, so müste man minutim einen ieden annotiren laßen was er fur veranderung dabey an sich empfunden. Und sonderlich kondten hier die beste annotationes machen die jenigen so immer einerley art zu leben brauchen, als bauern ordens personen.
Man mus versuchen was es thate wenn ein gewißer Mensch mit waßer, item waßer und brot etc. allzeit unterhalten wurde, und was für nuzen bey einer allezeit simplen und einerley kost.
Aus der figur der hahre eines menschen laßen sich außer Zweifel allerhand nüzliche consequenzen machen. Von Nase und anderen will ich nicht sagen.
Zu versuchen ob nicht das Antimonachate Antimonium crudum auch menschen sowohl als pferden und schweinen guth sey, wenn man es wie eine cur per gradus anfienge. NB
[4v] Es sind gewiße consensus und communicationes unter den gliedern so ein lebendiger an sich selbst fühlen, nicht aber an andren toden finden kan. Als zum exempel was genitalia und die planta pedis mit dem haupt für connexionem haben befindet ein ieder. Die planta pedis parum fricta facit hoc in capite exacte sentiri. Similiter de caeteris instituenda experimenta. Und kan seyn ist auch der Vernunfft gemäß, das die gliedmaßen die constantem proportionem unter einander halten auch eine mehrere sympathiam mit einander haben.
Man mus suchen eine quantitat neuer aphorismorum zu machen.
Wer einen neuen bishehr unbekandten doch zutreffenden, (saltem plerumque) aphorismum findet, soll ein gewiß praemium haben.
Dergleichen wer eine solidam rationem aphorismorum jam notorum rationis antea incompertae finden kan. Hierzu siehe Claudium Campensium Mr de la Chambre, Antimum id est Honoratum Fabry und andere in Aphorismos Hippocratis. Adde novos Aphorismos additos a Laurentio Scholzio etc.
Man mus auch proben anstellen was die vires imaginationes und glaube des patienten vermögen. Dahehr mußen einem Medico Künste und mittel an die Hand gegeben werden den patienten zu diesem und jenem zu bereden. Man mus sonderlich per ratiocinationes communicationes externorum membrorum cum internis visceribus finden, so kan man durch euserliche applicationen schohn ein großes thuen.
Ich zweifle nicht daß liquores zu finden so per syringem immissi calculum vesciae solviren, auch ........ podagricum wegnehmen. Wenn diesem Methodo nachgegangen und alles aufgemuntert wird, wollen wir in 10 Jahren mehr dinge beysammen haben.
Nota alle frictiones: plantae pedis, cutis etc. fuhlet man oben in vertice am stercksten wie auch einigen dolorem, wenn man starck druckt. Hinc ibi primum nervorum vel in vicinia.
Amara guth contra febres acida guth contra pestem.
Ob die jenigen eines humoris seyn, so einerley exerrationes symmetriae certarum partium a symmetria ordinaria haben.
Man mus probiren alle sorten der liquorum sanguini injectorum.
Man mus nicht aufhohren Proben, mit transfusione sanguinis zu thuen, zum wenigsten in thieren, wie denn in England ein mattes pferd durch frisches Hamels-blut wieder kräftig worden.
Man mus probiren varia genera balneorum, denn alle balnea sunt quoddam genus infusionis per poros.
Item varia genera oleorum der salbung et eorum quae capiti aut alibi externe imponuntur. Item varias modificationes respirationis per varietatem aeris attracti.
Item effectus varios immissorum variorum liquorum per clysterem in anum aut per syringem in pudenda.
Item mit schropfen konte mans so anstellen, daß der vollgezogene laskopf ab und gleich etwas anders voll liquoris den das corpus hingegen wieder an sich zöge applicirt wurde. Item daß man aliquid liquore certo plenum cuti applicirt, und denn las köpfe (geschlagen oder ungeschlagen) herumb applicirt, wurde sich dieses beßer in leib ziehen. Mit varie applicirten las kopfen kan am besten consensus partium fuhlen. Man kan auch sanguini nicht nur infundiren liquores, sondern auch inseriren corpora sicca.
Man kondte sanguinem transfundendum erst variis infusionibus oder compressionibus nach belieben temperiren.
Vasa corrosa, (si haec causa mortis naturalis) sind nicht beßer als durch gewiße balnea zu stercken.
Scribendae exactissimae historiae omnium longaevorum. Adde Meybomium de Longaevis.
Item omnium historia notandam qui h[abent] aliquid extra ordinem, ut apoplexia, ep[ile]psia etc. accidit.
[5r] Man mus stabiliren eine gewiße zahl der besten speisen, und gewiße form der besten arten zu leben, nach iedes menschen Temperament. Denn weil der specierum infinitae muß man alles suchen auff wenig zu bringen. Weil wir sehen daß auch die alten und gesundesten Menschen wenig speisen genoßen.
Man muß gar auch Mittel finden und eine form Vorschreiben, die sich auf alle temperamenten schicke.
Die ganze Apotheck auff wenig haupt species reduciren nach der intention Dani Ludovici und dann solcher apotheken eine in allen dorffern haben.
Wie die Bartholomiter das Institutum haben, daß sie ihre seminaria und denn auch ihre parochias haben, so muß man es hier nach machen auff iedes dorff zwey menschen sezen, einen jungen und alten die physici oder Medici seyn, und denn sie offt verändern.
Man muß die Medicos nichts vom Patienten, sondern nur von der Republick nehmen laßen.
Ja gar man muß den Medicis verbieten daß sie keine geschencke nehmen, damit alle mügliche considerationen auffhöhren, und ieder mensch mit gleichem fleiß in acht genommen werde.
Muß sie des wegen laßen juramenta thun.
Muß sie von der Republick unterhalten samt den ihrigen.
Das beste were wenn die Vorhandenen orden dahin applicirt würden. Denn ordens personen sind dis-interessirt. Orden dahin gestifftet weren das beste mittel die christliche religion fortzupflanzen so zu wundschen.
Man sieht daß die Mathematick ein solches gethan in China, ein weit mehrers wurde thun die Medicin und [P]hysick, so allen Menschen unentbährlich. [5v] Man würde durch missiones alle arcana und simplicia der welt zusammenbringen.
Medicus hat einen aditum generalem bey allen Menschen sonderlich wenn er disinteressirt.
Eine iede hauptgaße oder quartier einer Volckreichen Stadt, soll so wohl seine eigne Medicos haben als pfarrer. Dabey aber sollen seyn superintendenten und general superintendenten.
Man muß rem medicam ad exemplum Ecclesiasticae ordenen.
Es wir auch eine gewiße beichte erfordert, die aber die Leüte gern thun werden.
Damit aber die beichten beßer von statten gehe, und generaler werde mußen denen Menschen interrogatoria vorgeschrieben seyn, gleichwie man beichtbüchlein hat die viel 1000 erdenckliche sunden erzehlen, damit man nichts vergeße.
Es müßen gewiße Zeiten des Jahres seyn darinen ein ieder Mensch in re medica beichten und alles sagen und die Zeit zuvor aufzeichnen soll, was ihm nur ein wenig deuchtet bedencklich zu seyn.
Hingegen solle einen ieden frey stehen seine extraordinari beichten zu haben.
Und gleich wie in sacris einem zu gelaßen, seine extraordinaire beichtvater zu haben, so nicht parochi seyn, so muß auch dergleichen allhier geschehen, daß man gewiße medicos vagos, so an keine parochi gebunden nehmen und darauß wehlen durffe Wen man will.
Und auff den fall der noth soll der particular beichtvater mit dem ordinario communiciren.
Man soll beym ordinario allemahl wiederholen in der generalbeichte, was man particulariter gebeichtet.
[6r] Was bey geistlichen die auflegung der buße, soll hier eine vorgeschriebene regel seyn, von dem so man thun soll.
Denn auch geistliche beichtvater solten nicht nur satisfactiones et reparationes damna dati, sondern auch regulas in futurum vorschreiben.
Die regeln oder satisfactionen der Medicinalischen beichtvater sollen nicht sowohl in recepten als in reglementen des diäts bestehen gleichwie der geistl. mehr in gewißen vorgeschriebenen nüzlichen operibus, alls etwan in bethung gewißer anzahl avemarien, oder paternoster etc. bestehen solten.
Die geistlichen und Medicinalischen beichtvater sollen mit einander communiciren, doch daß im geringsten nicht einer dem andern endtecke, was dem patienten praejudicirlich seyn köndte. Der Medicinalische beichtvater soll so hart fast als der geistliche an ein silentium gebunden seyn in alle dem so dem patienten praejudicirlich seyn kan.
Die Geistlichen Beichtvater sollen angewiesen werden zu gewißen vortheilen und interrogatoriis dadurch man der menschen humeuren unterscheiden kan, damit sie nicht nur in genere die affectus, sondern auch etwas praecise deren gradus und combinationes finden, welche denn hernach dem Medico ein unglaublich liecht zu erkennung des temperaments geben werden.
Hingegen hinwiederumb wird der geistl. beichtvater in erkennung der passionen von der erclarung des temperaments großen nuzen schaffen können.
Ich halte für eine straffe gottes daß wir so blind [bishehr] gewesen und nicht das tausende theil unserer sorgen auf solche Haupt-Sachen gewendet, und noch wenden. Ich kan wohl sagen, daß [wir] fast so sehr nach proportionen [üb]er die acediam in naturalibus als in sacris zu clagen haben.
[6v] Und daß wir Menschen mit hochsten unverstand unsere seeligkeit nicht allein, damit es zwar kein wunder dieweil wir noch nie einen seeligen oder verdamten gesehen, sondern auch gesundheit nicht achten. Da wir täglich sehn was gleichsam fur hollische marter schohn in diesem Leben, denn so mehr für güther als ihren leib sorgen (von der Seele will nicht sagen) angethan werden.
Es thate noth daß ich alle exclamationes exhortationes paraeneses, und was nur zu excitirung der affecten cräfftig gnug bey Predigern, und Oratoren gefunden wird zusammen brächte uns unseren unverstand vorzumahlen.
Aber ich hoffe mit personen zu thun haben, die gnugsam alle solche dinge faßen, wenn man sie ihnen schohn auch mit wenig worten sagt. Und dazu giebt mir eine große hofnung sowohl das dessein der Englischen societat in Mechanicis, als die Instructio in politicis so den Magistris supplicationum gegeben worden, damit man erkenne daß ein ebenmässiges in Medicis hochnöthig sey.
Man muss aller orthen apotheker taxen, pistilents- und gesundheits-ordnungen zusammen bringen laßen. Legenda Verulamii incrementa scientiarum. Historia vitae et mortis, Sanctorii methodus vitandorum errorum omnium in Medicina.
Ob ein diaet so anzustellen, daß es auf viel zugleich das absehen [hat], und etliche zu einer Zeit zu conjugiren, zum exempel music und geruch, andere separat, zum exempel music und schlaf.
Ob ein mittel zu finden daraus mechanice zu judiciren ob der Mensch krafftiger oder schwächer, v. g. ponderatio, usus purgantis etc.
[7r] Dieweil ich dafür halte der geschmack sey das beste instrument, die Natur der dinge zu erfahren, [also] muß man alle mittel suchen, dadurch gewiße Menschen zu einem in hochsten grad subtilen schmack gelangen. Nun ist bekand, daß die Menschen so nur waßer trincken, so subtil im geschmack seyn, daß sie auch ein waßer vom andern am geschmack unterscheiden können, welches andere nicht vermögen. Derowegen mus man gewiße menschen mit fast insipidis, als waßer und brodt, oder mehl auf Tartarische manier nehren. Diese weil sie auch solche andern Menschen pro insipidis gehaltene Dinge unterscheiden können, werden die sapida vielmehr subtiliter unterscheiden. Hiehehr gehoren auch die künste der weinhändler, umb einen reinen schmack zu haben. Man soll allemahl waßer vorhehr kosten, ehe man sonst etwas kosten will.
Wenn man die observationes des geschmacks etwa mit einem gewißen instrumento als menstruo salino etc. concordant funden, so kan man alsdann des instruments sich anstats geschmacks gebrauchen. Gleichwie wenn man einmahl weiß daß ein waßer gesalzen sey, kan man aus dem gewicht gradum salsedinis ohne schmack determiniren.
Man mus gewiße Menschen in der Republick halten die im geruch exquisit seyn gewiße menschen die im fühlen, wie der blinde beym Boyle. Solche abtheilungen der menschen sind nothiger als die abtheilungen der handwerge.
Man muß die bucher so die leute aufmuntern ad realia offt aufflegen unter die leute austheilen in viele sprachen vertiren laßen. Den kinders laßen beyzeiten in schuhlen proponiren, ut Vives, Baconus, Cartesii methodus.
Turcae opio ad hilaritatem uti solent putant enim colorem faciei egregium inducere, hominisque ani mum recreare, ut qui semel eo usus sit, nunquam non delectetur. Sorantius ottomanno p. 2 n. 49 p. m 63.
[7v] Man kan aus der Music die Naturen und Temperamenten unterscheiden, einer hohret dieses, der andere ein anders lied gern, und dahehr were guth fleißige observationes mit den Tarantulen, und denen so von ihnen gestochen anzustellen. Einen iedem Medico soll vermöge seiner pflicht aufgelegt werden alles notabels so er hohret und siehet umbständiglich aufzuzeichnen, und sonderlich die ihm selbst begegnenden casus. Es ist ja die opinion, daß Hippocrates das fundament seiner wißenschafft auch im Tempel Aesculapii gelegt, der in der insel Cos als seinem vaterlande heut zu Tage Longa genant, war. Die von ihren Kranckheiten genesen waren wurden daselbst einregistrirt, und die Mittel dadurch sie genesen aufgeschrieben. Diese hat Hippocrates etwas abgekürzet und den nachkommen hinterlaßen, daß also die wißenschafft noch übrig, ob gleich der Tempel längst verbrand, weil nur solche wenige particular observationes uns ein solches liecht gegeben, ja die medicinam rationalem erhalten, warumb sind wir denn so blind gewesen, daß wir ein solches nicht universaliter mit mehreren fleiß und ordnung angestellt, würden gewiß in 100 jahren mehr lernen, als von Hippocrate an, bis auf den anfang dieses seculi geschehen. Ja nicht allein in 100 sondern in 10.
Man soll alle patienten die in Nosocomiis sterben ofnen laßen. Zum wenigsten an dem orth ihrer Kranckheit. Was großen herren nicht beschwehrlich sollen sich auch privati nicht beschwehrlich düncken laßen.
Daß die milz eine seuere oder scharffe materi gebe, ist ein exempel in einem etlichen jahrigen kind, so stets hustete, und doch nichts aus warff, als mans nach seinem todt geofnet war milz zu klein, lung und leber zu groß. Ergo materia die in die milz gehohrt ist hierüber gangen.
[8r] Man soll mittel finden, immer mehr und mehr in das innerste eines lebendigen corpers kommen zu können. Durch einsprizung der Clistire, und in die röhre und in den hals, hat man bereits einige mittel gefunden, item durch das phlegmagogum des circumforanei davon in Ephemerid. Med. item durch schneiden des steins, des bruchs, durch stechung des stahrs, Burrhi restitutionem humorum oculi, endtlich ofnung der ader und transfusion, von dingen so, per stomachum eingenommen will ich nicht reden. Nun soll man weiter finden mittel zu langen in den Menschen auch wohl gar aufzuschneiden, wie mit dem Cultrivoro geschehen. Für allen dingen muß man ein mittel finden dem menschen einen tieffen schlaff zu geben, so ihm nicht schade, darinen er nichts füele, und daraus man ihn leicht aufwecken könne, als si opio crocus aut fortis odor etc. opponatur. Als denn mus man solche kunst zu schneiden suchen, daß man nur partes facile concreturas verleze, und die wieder heilen können, wenn der mensch erwachet, salvo ejus necessario motu. Ob nicht ein mittel zu finden den magen leicht a pituita zu reinigen so wohl per artem vomendi cum velis, als per deglutitionem alicujus cum filo annexi quod postea rursus extrahi possit, wie mit den fadten, sed quod stomachum expurget.
Omnia mala corporis vel sunt in liquoribus vel in solidis partibus. In liquoribus, scilicet aut spiritibus si qui sunt aut sanguine. Spiritibus, odore, sanguini tum aliis modis tum infusioni succurri potest. Sed et cibo potuque bilis, saliva pituita, succus pancreaticus augeri minuique proportione. Sunt in liquore vel defectus in ipso, vel abundantia in ipso, vel motus in ipso indebitus, vel pondus indebitum vel extranei in eum interpositio, vel alteratio. Alteratio est dum vel nimis est liquidus, vel nimis [de]nsus, vel nimis calidus, vel nimis frigidus; coloris, odoris, saporis aliqua mutatio inest. Hinc decet exactissime explorari [8v] certis hominibus ad id constitutis sapores eorum quae ejiciuntur, sed inprimis sputorum ubi homo ipse exactissime attendere debet. Similiter ex sapore lactis, sanguinis variis statibus ferri judicium potest.
Quantitas indebita ut in Hydrope, et in sanguinis abundantia seu plethora. Locus indebitus in extravasatione, ut in pleurisi. Nota concurrunt saepe multa mala, seu alterum fit ex altero. v. g. ex alteratione motus, aut ex copia locoque alteratio. In partibus solidis rursus aut nimia magnitudo vel parvitas, aut augustia, aut substantia nimis mollis, vel dura, vel spongiosa etc. aut tensa vel compressa, gravis aut levis, inde pus, resolutio, color, odor, sapor, heterogeneum interpositum. Inveniendi sunt modi quibus dignoscatur ubi haereat patientis malum. Saepe ei dicenti locum affectum medici non credunt, sed eventu comprobatur sero veritas. Interdum tamen vicissim. Aegrotus locum doloris verum non indicat, est enim ut in visu et sono, ita in dolore quoque ac tactu quaedam deceptio, circa locum indicandum, sed fortasse haec quoque deceptio ut in visu et sono, ad rationes quasdam regulasque reduci potest, unde saepe optime conjici possit de aegroti loco affecto. Imo ex ipsis illis dolorum reflexionibus ac collisionibus et sympathiis poterit colligi causa. Bellini ni fallor incipit in re medica mathemati____ ut et Stenonis, utinam omnes. Colligendi ritus omnium populorum circa talia.
Ex itinerariis colligendum quicquid ad rem medicam pertinet.
Dantur quaedam minutiae observatu dignissimae, et quae hominem tota vita conservare possunt, v. g. scribere et legere stantem loco celso, contra, catharros capitis, facilior motus, contra pleurisin offt pissen proservat a calculo. Offt und wenig auf einmahl essen und trincken. Schluß. Truncke meiden. Ita Löwer in de Corde man solle nudare se nonnihil et refrigerare noctu surgendo ad exonerandam vesicam, corpus totum exercere. Continue intermiscere frigus calori, auram frigidam captando. Omnia si possibile sit alternare.
Primum consilium esse debet ut aliorum multorum consilia meditataque colligantur. Ita consilium meum erit genitor aliorum. Innumeri sunt qui talia optime possent, sed non admonentur ab aliis aut a se.
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